Freitag, 14. März 2008

Marie

Eigentlich wollte ich mich mal in aller Ruhe hinsetzen und diesen Eintrag schreiben. Aber diese Ruhe hatte ich nun seit zwei Wochen nicht. Ich nutze also nun ein paar nicht ganz so aufregende Minuten ... und werde berichten.

Einige meiner Leser werden es schon wissen, andere noch nicht: genau vor zwei Wochen kam unsere Tochter Marie bei einem kleinen Sprint von nur knapp einer Stunde im Kreissaal auf die Welt. Schnell zurückgerechnet ... genau: am 29.02.2008! Die Geburtstagsfeiern werden sich somit in Grenzen halten - halt nur alle vier Jahre.

Für die Statistiker
Geburtuhrzeit: 11:58 Uhr
Geburtsgewicht: 3570 g
Kopfumfang: 35 cm
Größe: 51 cm
Papa hat die Nabelschnur durchschnitten: ja, zwei Mal ... wir mussten etwas nachkürzen :)



Was ist nun die letzten beiden Wochen so passiert?

Zunächst verbrachte meine Frau ein paar Erholungstage im Krankenhaus (St. Marien-Klinik Karlsruhe), um dort auch das gute und regelmäßige Essen ausreichend zu genießen. Aber irgendwann will man dann doch wieder nach Hause. Gesagt getan. Da die Klink nicht all zu weit entfernt ist, gab es somit für uns und Marie die erste Ausfahrt mit ihrem Kinderwagen. Sie hat natürlich die gesamte Strecke verschlafen.



Im trauten Heim angekommen haben wir unserem jüngsten Familienzuwachs erstmal die Wohnung gezeigt. Dieser Rundgang war zwar nicht besonders lang, aber müde waren wir nun alle. Somit nahm Marie ihren neuen Schlafplatz im Stubenwagen in Beschlag und die Eltern dösten ebenso schnell ein wie die Kleine.



Die nächsten Tage verbrachten wir mit Stillen, Wickeln, Schlafen - mit ständiger Wiederholung in dieser Reihenfolge. Dabei ergaben sich sehr interessante Beobachtungen: Beim Stillen verhält sich Marie, als gäbe es nie wieder was ... Trinken bis zur Erschöpfung. Na klar, und dann ordentlich Schluckauf bekommen. Das Wickeln funktioniert am besten gleich nach dem Stillen, da Marie dann etwas erschöpft ist und sich gegen die noch etwas ungeschickten Hände ihrer Eltern nicht so recht wehren kann. Oder zählt das Häufchen-Machen direkt nach dem Entfernen der alten Windel zum stillen Protest? Wie auch immer. Wenn sie dann gesättigt und trockengelegt ist fallen meistens die Augen recht schnell zu, noch ein kurzer Versuch die Lieder offen zu halten, doch es hilft alles nichts ... Marie schläft.



Nun heißt es Obacht geben, nur nicht den Fehler machen und denken, dass man nun dem normalen Tagesgeschäft nachgehen kann! Nun ist auch für die Eltern "Schlafen" angesagt. Denn wenn Marie wieder wach wird, dann werden von ihr zwei erwachsene Menschen völlig in Beschlag genommen - ob sie nun wollen oder nicht, ob sie gerade müde sind oder sich hellwach fühlen. Das ist egal! Da ist ein kleines Baby und will umsorgt werden.

Ach ja ... für alle "Nach 18 Uhr soll man nichts mehr essen" Sager ... vergesst es! Ihr nehmt eure Mahlzeiten dann zu euch, wenn Zeit ist. Da kann es auch gut mal sein, dass die warme Mahlzeit erst gegen 23 Uhr auf dem Tisch steht. Gude!

Und da kann es schon eine große Erholung sein, wenn wir die kleine Marie in den Kinderwagen (Teutonia Fun System) legen und zusammen eine kleine Runde um die Block drehen. Von mal zu mal werden die Strecken dabei länger und wir auch sicherer bei der für uns völlig neuen Steuerung des Fahrzeugs mit einer Insassin.



Thema Baden

Diese Woche stand bereits das zweite Vollbad auf Maries Tagesprogramm. Und sie hat es genossen. Das ist ein wirklich bezaubernder Anblick: Ein voll auf zufriedenes Baby im wohltemperierten Wasser bei gut 38° C und einer halben Tasse Milch mit etwas Babyöl. Göttlich! Auch das Trockenfönen danach wird wohl in Zukunft ein ganz besonderes Liebligshighlight für Marie werden. Aber danach heißt es wieder anziehen und ganz entspannt ein Nickerchen einlegen...



Thema Besuch

Die Großeltern waren schon am ersten Tag nach der Geburt da und haben ihre kleine, wunderschöne Enkelin bewundert. Auch viele andere Freunde besuchten uns bereits im Krankenhaus und danach auch bei uns zu Hause. Und es ist einfach toll, wie die süße Marie bei allen sofort ein Lächeln in die Gesichter zaubert (auch wenn sie ab und an mit ihrem Geschrei alle anderen übertönt)!

Traumhaft

Ich hätte mir nie vorstellen können, wie außergewöhnlich ergreifend es ist, ein Baby zu bekommen und dann Minute für Minute, Stunde um Stunde im Arm zu halten oder es einfach nur beim Schlafen zu beobachten. Das ist echt das Allerschönste, was wir bisher erlebt haben. Unsere Leben ist mit Marie so sehr gewachsen, dass wir nun wirklich das Gefühl haben, dass vorher etwas gefehlt hat.



Allen, die sich noch Gedanken machen und überlegen, wann der richtige Zeitpunkt für ein Baby ist, ob sie dem gewachsen sind, ob der Nachwuchs in die eigene weitere Lebensplanung passt ... hört auf nachzudenken! Ihr werdet für alles was ihr glaubt zu verpassen entschädigt werden und bekommt noch viel, viel mehr. Das langsame Heranwachsen des Babys im Bauch der Mutter, die Geburt und die Zeit danach sind mit nichts anderem vergleichbar oder zu ersetzen. Wenn ihr dann in die kleinen Kulleraugen eines Babys schaut, welches euch ohne Vorbehalte vertraut, euch liebt und braucht werdet ihr wissen, dass die Entscheidung absolut richtig war. So fühlen wir.

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