Donnerstag, 22. November 2007

Eckige und runde Räder in Karlsruhe

... oder wie man 50.000 Euro einfach mal so zum Fenster raus schmeißen kann. Dies ist leider keine Geschichte mit Happy-End - auch wenn sie das hätte werden können. Aber alles der Reihe nach.

In der Stadtzeitung von Karlsruhe wird voller Euphorie über ein neues "Alleinstellungsmerkmal" geschrieben. Eine ganz tolle "Neuentwicklung". Soso ... mal unter uns ... es geht um einen Kalender. Immerhin hat es uns Steuerzahlern eine ordentliche Stange Geld gekostet - sage und schreibe 50.000 Euro. Das dieser Betrag weder gerechtfertigt ist noch das bei der ganzen Angelegenheit was Brauchbares herausgekommen ist wird auch bei dem passenden Eintrag im Karlsruher Stadtblog deutlich. Schlechte Gestaltung, fehlende Funktionen - so die einhellige Meinung.

Nun gut. Wollen wir nicht mehr auf diesem Schuss in den Ofen herumhacken sondern nach vorne schauen - und das macht man am einfachsten mit den Bürgern von Karlsruhe. Denn die wissen was benötigt wird, kennen sich aus und können auch mit Geld umgehen (es ist ja ihr Eigenes). Und anstatt das Rad neu zu erfinden und es eckig zu konstruieren wird einfach auf eine fertige Lösung zurückgegriffen - die bereits "rund" läuft.

Auf was ich hinaus will? Gestern Abend stellte Beate P. einen Eintrag in den Karlsruher Stadtblog in dem sie auf einen IT-Terminkalender für Vorträge, Seminare, Konferenzen, Messen aufmerksam macht. Und abgesehen von der investierten Arbeitszeit hat dieser Kalender was gekostet? Nichts! 0,00 Euro. Dieser Kalender - beziehungsweise die Technik - ist ein kostenloser Service von Google - ein Google-Kalender.

Und weil es so praktisch und super-günstig ist gibt es das ganze auch für Termine aus der Marketing-Ecke - eingerichtet und zusammengestellt vom Marketing-Blog Karlsruhe.

Und nun die alles entscheidende Frage:

Warum wurde von der Stadt die Programmierung (die Gestaltung haben sie ja scheinbar nicht gewollt) beauftragt für einen A.... voll Kohle? Was spricht denn gegen einen prima funktionierenden Google-Kalender?

Man man man ... ich hasse es wenn Politiker, Stadtverwaltung usw. mit fremden Geldern nicht umgehen können!

Kommentare:

  1. Hier gibt es übrigens eine spezielle Seite zum IT-Kalender (inkl. Exportmöglichkeiten) des Stadtblogs: IT-Termine

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  2. Tja, da fragt man sich, warum 50.000 EUR für eine TYPO3-Extension ausgegeben werden.

    Und wie hoch der Stundensatz des Auftragsnehmers ist - Sorry, sowas verstehe ich auch nicht.

    50.000 EUR für einen mit TYPO3 aufgesetzten Kalender. Na bitte.

    Herzliches Beileid demjenigen, der dieses Angebot abgesegnet hat.

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  3. "Herzliches Beileid demjenigen, der dieses Angebot abgesegnet hat."

    Warum "Beileid"? Derjenige wird sicher gerade toll gefeiert und ist schon am nächsten Projekt dran wo man ordentlich Geld loswerden kann! Denn wenn man einmal auf einer "entscheidenden" Position sitzt, dann wird man sicher da nicht so schnell verdrängt. Auch findet sich oft Keiner, der mal offen die Meinung sagt - man schmiert dann lieber schön Honig um's Maul um eventuell im Fahrwasser auch nach oben zu kommen. Da kümmert man sich nicht um seine Aufgabe, sondern um sich selbst.

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  4. Ja, da gebe ich Dir Recht.

    "Beileid" war auch eher darauf bezogen, dass er (wahrscheinlich aufgrund schlechter Beratung/Sachkenntnis) eine völlig überzogenen Summe genehmigt hat.

    Der Dienstleister kommt wahrscheinlich aus dem Lachen nicht mehr raus. 50.000 für eine Standard-Extension, deren (wohlgemerkt bescheidene grafische Anpassung) einem guten TYPO3ler max. ne Woche Arbeit macht.

    Schlimm. Traurig. Unprofessionell.

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  5. Hat das schon jemand dem Landesrechnungshof geschrieben? Wäre die Sache wohl wert ...

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  6. Ach, die Mergens gibt ja auch inkompetente Kommentare dazu ab ...

    Wie hieß ihr Konkurrenz bei der Wahl nochmal?

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  7. @Jens:

    Manfred Schubnell (BÜNDNIS 90 / Die Grünen)

    Ergebnis war damals:
    1. Wahlgang: 23 gegen 24 Stimmen
    2. Wahlgang: 23 gegen 25 Stimmen

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